Das violette Altar-Antependium

Ein dunkelvioletter Hintergrund trägt sandfarbene Initialen, die so angeordnet sind, dass sie eine fast geschlossene Kreisform ergeben. Es sind die Buchstaben A und O, der erste (a; Alpha) und letzte Buchstabe (W; Omega) des griechischen Alphabets in lateinischer Schrift. Zwischen die beiden ist das Namenssymbol Christi, "XP", gesetzt. Es repräsentiert die Anfangsbuchstaben seines griechischen Namens, "christos". Die Initialen werden von einer auberginefarbenen Struktur umrahmt, die wie die Verästelung eines Dorngestrüpps oder Gebüsches anmutet.
Durch diese Gestaltung erinnert der Altarbehang den Betrachter an die Leidensgeschichte Christi. Besonders aber an eine Begebenheit: Jesu Gebet im Garten Gethsemane. Zwischen Gestrüpp und Sträuchern kniet Jesus ("XP"), "das A und das O, der Erste und der Letzte, der Anfang und das Ende" (Offb 22,13), und spricht mit seinem Vater im Himmel.
Gleichzeitig sagen uns das 'Alpha und Omega': Der Tod Jesu bedeutet nicht das Ende. Sie fordern uns auf: Kehrt um, tut Buße und "lasst uns aufsehen zu Jesus, dem Anfänger und Vollender des Glaubens, der (...) sich gesetzt hat zur Rechten des Thrones Gottes" (Hebr 12,2). So gesehen zeigt die dargestellte Verästelung zusätzlich die Dornenkrone, die den Kopf des "christos (XP)" am Kreuz umrahmt: Jesus blieb nach seinem Tod am Kreuz nicht bei den Toten. Er ist auferstanden. Das gehört zum göttlichen Heilsplan. Den hat Christus mit seinem Sieg über den Tod vollendet. Indem wir daran glauben, beginnt unser Weg der Christus-Nachfolge (a). Jesus rettet uns 'aus dem Tod' (Röm 6,5) und wird da sein, wenn 'diese Welt vergeht' (W (Matth 24,35)). Gemäß den Worten aus Hebr 13,8: "Jesus Christus gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit".
Das dunkle, fast düster wirkende Violett greift zweifelsohne den tief betrübten Gemütszustand Jesu auf. Es ist die Zeit der Dämmerung vor seiner Gefangennahme und der drohenden Todesnacht.
Das violette Kanzel-Antependium

verweist uns kurz und knapp darauf, dass Jesus in seiner letzten, schweren Stunde überdies seine schlafenden Jünger ermahnen muss: "Wachet und betet, dass ihr nicht in Anfechtung fallt" (Matth 26, 41a). Das gilt auch für uns.
Verwendung
im Kirchenjahr:
1. bis 4. Advent
Invocavit (Sonntag nach Aschermittwoch, 6. Sonntag vor Ostern) bis Palmarum (Palmsonntag, erster Sonntag der Karwoche, letzter Sonntag vor Ostern)
Buß- und Bettag